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Die Bande holen wir uns!

Die Bande holen wir uns!
Eine Spendenaktion der Fans des SV Babelsberg 03

Einst genügte uns noch das Trikot, jetzt wollen wir die (freie) Werbebande!

Ja liebe Nulldreier_innen, wir,
engagierte Fans aus der Nordkurve Babelsberg, haben uns etwas überlegt: Wie allseits bekannt sein dürfte, sind die Bemühungen um eine Konsolidierung des Vereins bisher erfolgreich, doch ist unser geliebter SV Babelsberg 03 finanziell noch immer nicht auf Rosen gebettet. Die finanzielle Lage ist weiterhin immens schwierig. Das haben auch die Gespräche in der kürzeren Vergangenheit mit Vereinsverantwortlichen gezeigt.

Um einen kleinen, aber dafür mehr als ehrlich gemeinten Teil dazu beizutragen, dass sich dies ändert und darüber hinaus auch Impulse an potenzielle Sponsoren gesendet werden, die sich aufgrund der Lage noch abwartend verhalten, wollen wir dem Verein nun aktiv finanziell unter die Arme greifen und für eine Saison mindestens eine Werbebande mit dem Slogan WE ♥ NULLDREI versehen, der „Weiterentwicklung“ des bekannten I ♥ NULLDREI-Slogan aus den Tagen im Mai 2011.

Um eine Werbebande im Regionalbereich mit einer Länge von 5 Metern erwerben zu können, benötigen wir genau 2.000 – in Worten: Zweitausend – Euro! Bei 4.000 Euro, kaufen wir einfach zwei, bei 6.000 Euro, drei. Dies machen wir so lange, bis kein freier Platz mehr im Stadion ist, treten sie bis auf eine aber gern wieder ab, wenn sich ein Sponsor anstelle unserer Banden findet.

Ihr ALLE, Fans und Fanclubs aus allen Bereichen des Stadions, seid also gefordert: Öffnet eure Herzen und eure Geldbeutel und lasst ein paar Taler springen (Hier gilt natürlich das Motto „Klotzen statt Kleckern!“ – Kleinvieh macht allerdings auch Mist.).

Eure Spenden für die WE ♥ NULLDREI-Werbebande könnt ihr ab sofort an jedem Spieltag in die Spendeneimer der fleißigen Spendensammler_innen werfen, oder auch ganz entspannt per Überweisung an:

Kontoinhaber: SV Babelsberg 03 e.V.
Bank: Commerzbank Potsdam
IBAN: DE 26 1604 0000 0131 1422 00
BIC: COBADEFFXXX

mit dem Verwendungszweck „Die Bande holen wir uns“ tätigen.

Wir und sicherlich auch der Verein sagen euch jetzt schon Danke für eure Unterstützung!

Engagierte Fans aus der Nordkurve Babelsberg
Babelsberg, 15.04.2014

Schöneiche. Mal wieder.

Landespokal. Halbfinale. Ein sehr wichtiges Spiel, das ich mir nicht entgehen lassen wollte. Leider schon auf 17:30 Uhr terminiert und deshalb für die arbeitende Bevölkerung eher ungünstig gelegen. Man hätte ja auch auf dem Hauptplatz mit Flutlicht spielen können…ich weiß; hätte, hätte, Fahrradkette. Half alles nix, rechtzeitig Feierabend machen, rein ins Auto und die erste von zwei Pascow-Scheiben angeworfen, die ich gestern noch geschenkt bekommen habe.
Da Nulldrei nicht das erste Mal in Schöneiche zu Gast war, wurde der Platz schnell (wieder)gefunden und nur 10 Minuten nach Anpfiff betreten. Drinnen eine nette Anzahl Nulldreier_innen und mal wieder eine lange Schlange am Verpflegungsstand. Netterweise musste ich mich aber nicht selbst für meine Bratwurst anstellen (Danke L.!), welche dann auch echt lecker war. Genau wie das Brötchen dazu.
War noch was…ach ja, das Spiel. Wie so oft in den letzen Jahren kein überzeugender Auftritt der Mannschaft. Schöneiche als aktuell Tabellen-Zweeter war motiviert und hielt ordentlich dagegen. Nulldrei tat sich auf dem kleinen Platz wie erwartet schwer und konnte die gesamte Spielzeit kaum schöne Aktionen aufziehen. Wer aber regelmäßig zum Landespokal fährt kennt das ja schon und irgendwann müsste der Gegner auch müde werden. Wurde Schöneiche aber nicht so richtig. Somit ging es torlos in die Verlängerung und allmählich machte sich Nervosität breit. Nach ein paar Minuten ein dummes Foul eines Schöneichers (?) im eigenen Strafraum. Zimmer tritt an zum Ölfmeter und versenkt sicher. Große Erleichterung! Es blieb dann auch beim einen Tor. Obwohl Schöneiche nun tatsächlich die Puste ausging. Trotzdem schaffte es kein Nulldreier mehr die Entscheidung zu markieren. Im Gegenteil, der Gegner kam sogar noch zu einigen Zufalls-Chancen. Irgendwann dann der Schlusspfiff. Ab nach Hause.

Im Finale gehts dann gegen Rathenow. Mit ein wenig Losglück auch zu Hause. Alle hin da!

BRANDENBURGDERBY

 

wenig gästefans

wenig support

wenig guter fußball

keine tore

dafür umso mehr bienchen in der kurve.

wer‘s noch nicht weiß – es wohnen erdbienchen in unserer kurve und gestern

hatten sie ihren großen auftritt, waren omnipräsent und rückten uns ganz schön

zu leibe.

2-3x in unserer saison schwirren sie völlig aufgewühlt (sicher auch durch unser getrample auf den stufen) herum,

wissen nicht mehr was sache ist und das alles mit blütenstaub an ihren beinchen.

wie wir wissen, sind bienen ordentlich bedroht ….wie auch unsere kurve und viele andere!

große teile dürften es mitbekommen haben, die texte und unterschiedlichen meinungen

zu DEM thema schlechthin : FCKLOKNOFV!

es gab schon gute gespräche, aber es dürften mehr sein – am besten persönlich, denn es geht nicht nur um LOK,

sondern um unsere zukunft der nordkurve, die wir sein wollen!

auch wir sollten uns zu leibe rücken in wort und tat, uns austauschen und nachfragen.

zusammenhalten, aufeinander zu gehen, hinterfragen,nicht abschotten, nicht zerreißen lassen.

es gibt noch viele wichtige und gute projekte in unserer kurve die wir wuppen dürfen und sollen!

es war und ist ganz schön hart – wir haben sicherlich alle ein wenig daraus gelernt ….es geht vorwärts….

hoffentlich auch mit unserer equipe bei den nächsten spielen. haut mal ordentlich auf das ding, das

es da landet, wo es hin soll : im toooor und ihr seht uns hemmungslos jubeln !!!

aber bei dem ganzen ernst darf uns der spaß nicht abhanden kommen.

besonders schön hat der tag mit dem gemeinsamen frühstück mit dem Fi99 begonnen – danke euch

nochmal für die einladung und vorbereitung!

weiter zum treffpunkt, um mit den freundInnen aus berlin weiter zum fanladen zu schlendern.

restefressen im fanladen und die wiese nach dem spiel in der gartenlaube besetzen und somit den fußballfrühling einleiten – einfach herrlich!

….und da gibts ja noch was!

wem‘s noch nicht aufgefallen is….wir haben ein neues banner!

es durfte heute bei strahlenden sonnenschein das  1. mal am zaun hängen….

zu guter letzt noch die cateringumfrage, der kam fast niemand aus – der fanbereit war überall !!!!

spannung was die uns auswertung erzählt ?!

viva la pommes !!!!

und : noi siamo la curva nord

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Kein Bock auf Lok!

Am 2.4. werden sich Babelsberger im Gästeblock von Lokomotive Leipzig einfinden und unsere Equipe nach vorne treiben…..Wir nicht! Eine Erklärung:

Vorausgestellt gilt es zu sagen, dass wir im Folgenden auch Freunden unsererseits argumentativ entgegentreten werden. Dessen sind wir uns bewusst, aber diese Auswärtsfahrt unkommentiert im Raum stehen zu lassen, stellt für uns keinerlei Option dar.

Bereits das Hinspiel lieferte eigentlich mehr als genug Argumente unserem Beispiel bezüglich des Rückspieles zu folgen: Bagatellisierung, Negierung und Vertuschung massenhafter rechtsextremer Äußerungen und Gesten seitens der Fanszene und(!) der Vereinsverantwortlichen von Lok Leipzig waren während und insbesondere nach dem Spiel zu konstatieren. “Diesem Verein werde ich keinen Cent in den Rachen werfen” hörte man (damals noch) allenthalben.

Doch nicht nur der Verein blieb ein Ärgernis, bezüglich des ersten Rückspielansetzungstermins (8. Dezember) packte nun der NOFV seine Repressionskeule aus: Mit Bannmeilen, Sicherheitszuschlägen, Karten nur für den Vorverkauf und diversen weiteren Einschränkungen wurde der Bock zum Gärtner gemacht und darüber hinaus auch unsere Vereinsführung, welche leider bisweilen sehr zahnlos auftrat, seitens des Verbandes unter Druck gesetzt. Die angedachte Demonstration gegen faschistische Strömungen in Fußballstadien (Sächsischer Einsatzleiter der Polizei: “Wenn Babelsberg Ärger macht, werden sie den auch kriegen. Da fackeln wir nicht lange!”), welche Verband und Polizei mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln torpedierten, war demzufolge obsolet.

Ohne dass (logischerweise) zu viele Internas (die gibt es schon zuhauf bei “Facebook”) aus der Fanszene breitgetreten werden, beschlich uns als Gruppe bereits während der Winterpause das ungute Gefühl, dass die Bereitschaft für eine Fahrt nach Probstheida in der “aktiven” Fanszene stetig wuchs.
Es folgte der Termin für das Rückspiel-> natürlich Mittwoch, 17 Uhr-> Eine groß angelegte Demonstration ist aufgrund dessen enorm erschwert worden, aber dennoch nicht völlig unrealistisch. Auch blieb es erwartungsgemäß bei den bekannten Repressionen (Karten nur im Vorverkauf, Sicherheitszuschlag ….); kurzum hatte sich an der Ausganslage nichts geändert.

Für uns persönlich unfassbar geschah nun eine bis zum heutigen Zeitpunkt anhaltende Mobilisierung eines Großteils der “aktiven” Fanszene plus Umfeld für dieses Spiel am 2.4., welches sogar eine Gegenaktion für diesen Tag mangels Zuspruch unmöglich macht. Die Babelsberger Szene fiel in der Vergangenheit immer wieder dadurch auf, dass sie sich gegen, aus ihrer Sicht ungerechtfertigte, Zustände rund um Fußballspiele vehement wehrte, wie beispielsweise nicht nachvollziehbaren Ticketerhöhungen und Repressionen seitens der Polizei (“Fußballfans beobachten die Polizei”) oder der ausrichtenden Vereine. Dass sich nun ein Großteil jener Menschen, die mit uns gemeinsam diese Zeiten erlebten und guthießen, zu diesem Spiel bei Lok Leipzig im Gästeblock einfinden werden, lässt uns mit einer Melange aus Fassungslosigkeit und Wut zurück. Die viel(z)(s)eitig ausgetauschten Argumente diesbezüglich sind allesamt gesagt und gehören nicht an die Öffentlichkeit, die Folgen des Spielbesuchs und der bittere Beigeschmack desselben, wird jedoch nicht ausgeklammert: Obgleich seitens der Babelsberger Fans allerhöchstens marginale(!) Verfehlungen im Hinspiel begangen wurden, treffen die repressiven Maßnahmen des Verbandes eben jene.

Dass IHR, liebe Lokfahrer, dem NOFV mit eurer Bereitschaft diese Fahrt auf euch zu nehmen für zukünftige Maßnahmen Tür und Tor öffnet, muss euch doch bewusst sein??? Dass IHR einem Verein, dessen Vereinsverantwortliche (obgleich der momentanen, allerdings strikt repressiven, Versuche der Eindämmung rechter Strömungen) sich auch hernach des Hinspiels lügenreich und schlichtweg respektlos über unseren Verein äußerten, das dringend benötigte Geld zuschustert, muss euch doch bewusst sein??? Dass IHR, liebe Lokfahrer, ohne klares politisches Statement (eine Antifafahne im Gästeblock gehört nicht dazu!) ein Stadion betretet, in welchem Symboliken gegen Rassismus mit “Masterrace” gleichgesetzt werden, muss euch doch bewusst sein???

Wer da von einer “Weiterentwicklung der Szene” spricht, spricht in Wahrheit von einer Tendenz der Szene, wie sie deutschlandweit fast überall Einzug gehalten hat: Der Anspruch und die Bereitschaft etwas zu tun, verblassen zugunsten eines “sich Zeigens”, eines erlebnisorienierten und partiell hedonistischen Habitus`, welcher nur mühsam von halbgaren Argumenten verdeckt werden kann.

Da viele Menschen zu diesem Spiel fahren werden, welche uns sehr nahestehen, wissen wir, dass wir ihnen niemals den Anspruch absprechen können, den die Babelsberger Szene ausmacht(e?). Für dieses eine Spiel sprechen wir ihn euch ab.

Ohne Horda ist ja gar nix los!

Das war gut:

- die Roster

- sehr angenehme Autobesatzung

- das Wetter

- die Roster

- die Verpflegungspreise

- die Anzahl der Menschen im Gästeblock

- die Roster

- der Support war über weite Strecken gut bis sehr gut

- die erste Hälfte unserer Mannschaft

- die Roster

- der “Bratwurstdealer”-> selten so ein gutes Ultrazine gelesen

- der Biergarten jenseits der Brücke

- die Roster

 

Das war schlecht:

- Stimmungshoheit in Jena ist zwar cool, aber bitte nicht unter diesen Umständen

- peinliches Häufchen neben der Südkurve

- die 2. Hälfte war fußballerisch gegenüber der ersten Hälfte ein Rückschritt

- Dreadlocks als Indiz für Drogenbesitz? Logisch……….

 

Nun keiner nach Lok!

 

Ps: Die sächsische Polizei ist und bleibt…….

Kurz und Knapp

Preisfrage: Was passiert, wenn man mitten im Spiel von hinten angetippt wird und spontan zum Schreiben des Spielberichts verdonnert wird? Richtig, das Aufgezwungene rückt natürlich in den Hintergrund und findet sich in der Kammer der Vergesslichkeit in der hinteren Ecke meines Kopfes wieder. So nun geschehen mit eben jener Spielberichtsverpflichtung. Kaum einer vor mir hat es geschafft, den Spielbericht um exakt eine Woche aufzuschieben. Spart euch den Applaus, ich schäme mich und gelobe hiermit öffentlich Besserung. Natürlich nur dann, wenn mir das Schreiben a) nicht spontan übergeholfen wird oder b) ich bereits vor Spielbeginn darüber in Kenntnis bin.

An jenem Tag vor einer Woche selbst, trottete ich gewohnt freitagserschöpft ins Stadion und sah ein munteres, erstes Finalspiel des diesjährigen Karli-Cups a.k.a. Schulcup zwischen der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule und dem FC Rhoter Rhombus, welche die Schule klar mit 5:0 für sich entschied und somit die Grundlage für den Gewinn eben jenes bedeutsamen Cups legte.

Dann, ab in die Kurve, die an jenem Abend eigentlich recht gut drauf war. Zumindest machte der Support nach Albrechts Blitz-Treffer schon ziemlich Laune, obwohl ich Mitmachquote nach wie vor für ausbaufähig halte. Naja, der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Elfmeter, Distanzschuss und Konter führten der Reihe nach zum Gegentor 1, 2 und 3. Schlusspfiff, verloren, fertig. Astra Bier ist immer noch der absolute Killer auf den  Freitag Abend.

Am Sonntag, also übermorgen gehts schon weiter mit der wilden Fahrt, und zwar ins schöne Jena zum FC Carl Zeiss. Der Zugmob startet um 8.00 Uhr ab P-Hbf. Schließt euch an und gebt alles für unsere Equipe!

Ball paradox

Das berühmte Wort des französischen Aufklärers Jean-Jacques Rousseau, nach dem das Ganze mehr als die Summe seiner Teile sei, hat immer dann Hochkonjunktur, wenn etwas durch mathematische oder statistische Operationen nicht mehr erfasst, erklärt oder gar begriffen kann. Solch Wunderliches nun geschah auch am vergangenen Sonntag in Halberstadt, als unsere Jungs beim VfB Germania Halberstadt antreten mussten (bei allem Respekt gegenüber Vereinsnamen, wie kann man eine Stadionzeitung bloß „Germanenecho“ nennen? Das hört sich nach Brüllen im Wald an, und da schallt es dann bekanntlich genau so raus. Also schon blöd. In dem dann gar nicht großmäuligen Heft, das sie aus Anlass unseres Gastspiels gedruckt haben, kamen wir übrigens außer in einem Pennälerwitz und mit der Mannschaftsaufstellung kaum vor. Na gut.)
Aber zurück zur rätselhaften Arithmetik dieses Tages. Zerlegt man das Ereignis Auswärtsfahrt in die klassischen vier Bestandteile, dann ergibt sich folgendes Ergebnis: Wurst = fad, Bier = fad, Spiel = fad, Support = fad. Ohne zwischen diesen Elementen voreilig irgendwelche Kausalitätsbeziehungen aufmachen zu wollen, so scheint doch – nimmt man alles zusammen – in summa gar nichts anderes herauskommen zu können als ein eindeutiges, ja geradezu fettes „fad“. Letzteres geht natürlich nicht, schon allein wegen der Contradictio in adiecto (fett und fad wollen nicht zueinander passen), aber da klingt schon ein wenig Überschuss an, hier quasi Sehnsuchtsfaktor (wenn ich beispielsweise an die tschechischen Würste vom Wochenende zuvor denke: da kannste dir, wie ein Freund treffend bemerkte, das Gesicht gleich nach dem ersten Biss waschen – nix fad). Stattdessen also Halberstädter Würstchen, genauer: Brühwürstchen! Kann man sofort und ohne Ende Witze drüber machen. Das haben die Halberstädter wohl auch geahnt und protzig ein „Weltmeister“ davor gesetzt, „Weltmeister Bockwurst“. Ich sag nur: „Germanenecho“.
Fett oder nicht, mathematisch kommt man jedenfalls nicht von der Stelle, fad+fad+fad+fad oder 4 x fad – das bleibt einfach: fad. Theoretisch. Praktisch: fröhliche Gesichter bei Spielschluss! Zum Staunen. Man sage jetzt nicht vorschnell: Bei dem Ergebnis, kein Wunder! Nein, das Resultat allein macht es nicht, macht es nie, eher schon, wie es gemacht ist. Und da bleibe ich dabei: Das war eine ganz und gar fade Angelegenheit, von uns und von den Halberstädtern auch, wie da 20 Spieler nach dem Ball hüpften, planlos über den Platz säckelten und Pässe (?) ins Nichts schlugen. (Wollen mal nicht hoffen, dass das mit „Fußball unplugged“ gemeint ist.) Das sah doch alles sehr nach Zufall aus. Und jetzt kommt man der Sache schon näher.
Dass Eigenartiges in der Luft liegen würde, konnte man bereits auf der Anreise ahnen, als man(n) beim Austreten darauf achten musste, sich nicht zu blamieren (apropos Bedürfnisse: drei Klos im Gästeblock, das ist frech – wir sind doch nicht der BAK), und die Bahnfahrer wegen umgestürzter Bäume länger brauchten (jetzt mal was Positives über die Gastgeber: feine Geste, deswegen das Spiel später anzupfeifen!). Der Wind, der Wind also. Der machte von Anbeginn an klar, wer der Herr im Stadion sein würde. Er nahm einen langen Anlauf aus den Bergen und pfiff uns an der Gegengerade giftig ins Gesicht, fegte den Schaum vom Bier und riss unsere Gesänge in Fetzen, die nicht einmal bis zur Außenlinie vordrangen. Vielleicht hätten die Spieler mit energischen Pässen, flach gespielt, dem Wind ein Schnippchen schlagen können. Aber sie ergaben sich ihm, gehorchten seinen Einfällen.
Zu was der Wind in der Lage sein würde, zeigte er Mitte der ersten Halbzeit. In der 26. Minute segelte ein Schuss an unser Lattenkreuz, und wir wussten nicht, was das bedeuten sollte: ein Schreckschuss, der Schlimmeres ankündigte, oder eine Vorahnung unseres Glücks. Fünfzehn Minuten banges Warten. Und dann: Kurz vor und bald nach der Pause offenbarte der Wind, wem er an diesem Tage seine Gunst zuteil werden lassen würde – ein Freistoß (von Zimmer) und ein Fernschuss (oder Flanke? oder was auch immer) lenkten die Halberstädter ins eigene Tor. Ungeschick oder Strafe? Wer kennt schon das Wesen des Windes. Aber dass er auf unserer Seite war, das konnte auch ein Gegentor eine Viertelstunde vor Schluss nicht verhehlen. Es war, als wollte er uns provozieren, mit aller Kraft (und Angst) noch einmal gegen ihn anzusingen. Und wir ließen uns nicht lumpen (von wegen „Germanenecho“: die Ultras Halberstadt standen etwas verloren hinter ihrem zu groß geratenen Banner).
Am Ende fasste das paradoxe Geschehen dieses Nachmittags unser dieses Mal stiller, vom Wind zerzauster Stadionsprecher in die Worte: „Halberstadt hat drei Tore geschossen, und wir haben 2:1 gewonnen“, und grinste über beide Ohren. Wir alle wussten, es hätte auch anders kommen können, und wir wussten, wir hätten uns darüber auch nicht beschweren können. Aber so ist es nicht gekommen. Und das wussten wir auch. Und genossen es, vom Wind gestreichelt worden zu sein. Und lachten leise von Herzen. Und bestätigten fröhlich Rousseaus Weisheit.
Kommenden Freitag gegen Union werden wir wieder nüchtern sein. Der Wind wird schlafen, und wir werden umso lauter singen, wenn es gilt, wieder ohne Beistand das Schicksal – wie der Volksmund sagt – „in die eigenen Hände“ zu nehmen.

Frauen* in die Kurve – alles andere ist Quark

So stand es Freitagabend auf einem neuen Banner in der Nordkurve zu lesen. Doch der Reihe nach.
Das erste Flutlichtspiel der Rückrunde stand an. Die bisherige Punkte- und Torausbeute ließ doch etwas zu wünschen übrig, trotzdem ging es für mich recht gut gelaunt Richtung Fanladen. Dort das übliche Prozedere – großes “Moin.” in die Runde, Gerstensaft in die Hand und erstmal schnacken. Soweit alles wie gewohnt.
Überraschung dann am Karli. Das hieß heute nicht mehr Karli, sondern wurde kurzerhand per Transpete in Rosa-Luxemburg-Stadion umbenannt. Schöne Gedächtnisstütze für alle, die vergessen hatten, dass am Samstag Internationaler Frauenkampftag war. Wie nötig dieser Kampf noch immer ist, zeigte sich ganz nebenbei am Samstag in der Sportschau. Dort wurde gezeigt, wie irgendein Spieler von Leverkusen irgendeinen anderen Spieler von Leverkusen beim Aufwärmprogramm ordentlich umgrätscht. Interessant war aber nicht die Szene selbst, sondern der Kommentar eines gewissen Rudi Völlers dazu. Nachdem dieser unter anderem bereits 2011 Schiri Deniz Aytekin nach einem verlorenen Spiel mit den Worten “Pfeif doch Frauenfußball!” belegte, kam nun eine neue Perle. Auf die Frage vom Reporter, was er zu der Aktion meint, antwortete der Rudi sinngemäß: “Wir sind hier ja nicht beim Schach. Wir spielen auch keinen Frauenfußball. Das ist Männerfußball!”. Aber ich schweife ab…
Im Stadion dann zunächst geschaut, wie denn der Verkauf der nachgedruckten T-Shirts so läuft. Und er lief. An dieser Stelle auch von mir nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Käufer_innen. Wir hätten wirklich nicht gedacht, dass die Teile so gut ankommen. Weiter in die Kurve. Auf dem Weg dahin, bekam ich noch einen A4-Zettel mit Text und ohne Bilder in die Hand. Da noch ein wenig Zeit bis zum Anstoß war, konnte ich diesen noch kurz überfliegen (und in der Halbzeit dann richtig lesen). Urheber_in war die neue FMT-Gruppe der Nordkurve (FMT = FrauenMädchenTrans* / eigentlich auch keine Gruppe, sondern ein loser Zusammenschluss), welche auch gleich ein feines Banner mit dem Konterfei Rosa Luxemburgs und dem oben erwähnten Spruch in Anlehnung eines ihrer berühmtesten Zitate am Start hatten. Den Text selber findet ihr unter diesem Bericht. Sehr gelungen das Ganze und regt auch zum Denken an. Wir wünschen viel Erfolg bei der Erreichung eurer Ziele und sichern hiermit unsere Unterstützung zu!
Nun zum Spiel. Den Auftakt in der Nordkurve machte heute mal wieder eine Choreo. Leider aus traurigem Anlass, da sie dem verstorbenen ‘Schupo’ Tietz gewidmet war. Eine gelungene Aktion und in meinen Augen ein würdiger Abschied. Danach wurde gut auf den Rängen losgelegt und auch die Mannschaft zeigte wieder eine Steigerung im Vergleich zum Zwickau-Spiel. Dennoch ist noch Luft nach oben und ich hoffe, dass die Leistungsreserven noch abgerufen werden. Für ein Tor reichte es in der ersten Halbzeit noch nicht. Das wiederum führte bei mir zu dem Gedanken, dass die Mannschaft die drei Punkte mitnimmt, welche das erste Tor macht. Glücklicherweise markierte Enes Uzun für Nulldrei das 1:0 in der 51. Minute. Was für eine Erleichterung! Endlich mal wieder ein Tor für die Guten! Leider hielt dieses Gefühl nur 10 Minuten, bis der BAK ausglich. Das war zuviel für mich, es wurde Zeit für eine Bratwurst. In der Folge war es mir in der 73. Minute nicht vergönnt in der Kurve das 2:1 durch Dennis Lemke zu feiern, da ich mich noch auf Höhe der Mittellinie mit Essen beschäftigte. Selbst schuld, aber auch völlig nebensächlich. Endlich wieder drei Punkte geholt!

”…SELBSTKRITIK IST LEBENSLUFT!”

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass am 07.03.2014 irgendetwas anders war als sonst. Ihr seid nicht ins “Karli” gegangen, sondern ins Rosa-Luxemburg-Stadion. Darüberhinaus wurde ein neues Banner an den Zaun der Nordkurve gehangen. Gut, das fällt nun wirklich kaum auf, da kaum eine_r von uns mitrkiegt, was vorm Zaun passiert.
Dieser Text soll´s erklären.

Am 8. März war Frauentag!

Das wollen wir zum Anlass nehmen um hier ein paar Worte loszuwerden.
Es ist wirklich schön und das kann immer wieder betont werden, dass es viele Frauen* in der Nordkurve gibt, die sich wohl und akzeptiert fühlen können. Dennoch passiert es häufig, dass dieses Wohlfühlen sich reduziert – nicht nur aus weiblicher Perspektive. Kritik gab es beispielsweise an mackrigem Verhalten schon oft, ob im Ultra Unfug oder anderen Kurvenkommunikationsmitteln. Leider blieb die Kritik bisher unkommentiert, undiskutiert und vorallem war sie nicht nachhaltig. Die damit einhergehenden Veränderungen schienen auszubleiben.
Wir wollen die Aktion dazu nutzen eine nachhaltige Diskussion anzuregen und dazu aufrufen das Thema Frauen* in der Kurve zu sensibilisieren. Zur Erklärung sei zu erwähnen, dass all diese Aktionen nicht von Typen gemacht/gedacht wurden um symbolisch eine Antisexistische Kurve darzustellen, sondern uns geht es darum auch als gruppenlose supportende FrauenMädchenTrans* Positionen klarzustellen und wahrgenommen zu werden. Vielen lieben Dank aber an dieser Stelle für die Unterstützung bei unserem Vorhaben!

Wie kommts?
In der Vergangenheit kam bei einigen der Wunsch auf sich einerseits aktiv in die Kurve einzubringen, ohne jedoch gleich in einer Gruppe sein zu wollen oder als eigenständige Gruppe zu agieren. Bei der Frage wohin der gewünschte Aktionismus wohl ginge und wie wir die Kurve als klar männlich dominierten Bereich wahrnehmen, kam schnell der Gedanke in die Kurve hinein zu intervenieren ohne den Zeigefinger zu erheben.

Was es für uns ausmacht, Fussballfan/Ultra zu sein:
gemeinsam den selben Verein zu supporten, sich zusammen über drei Punkte freuen, aber auch gemeinsam traurig sein, sich ärgern, wenn´s mal nicht so läuft, sich im Stadion zur Gesamtscheiße zu positionieren, Emotionen zeigen, auch mal Angst haben, gemeinsam party machen, die gleiche musik feiern. In guten und in schlechten zeiten im Stadion stehen – darum geht es! Bestenfalls auch die Tage und Wochen zwischen den Spieltagen gemeinsam gestalten.
Dennoch ist es manchmal ein komisches Gefühl in der Kurve zu sein, als Frau* und vorallem als Person, die (bewusst) in keiner Gruppe aktiv ist. Damit ist mensch in keine feste Struktur eingebunden und es ist nicht immer klar wie sie funktionieren. Das ist aber auch okay, solange das nicht zum Vorwurf wird. Komisch ist aber damit konfrontiert zu werden, ‘Freudin von’ zu sein oder den Druck zu verspüren das eigene Interesse an Fussball – und allem was dazu gehört – stärker rechtfertigen zu müssen, als männliche Genossen.
Der Umgang in der Nordkurve scheint auf den ersten Blick harmonisch, es macht Spaß auswärts im Zug zu sitzen und ein bisschen rumzualbern. Miteinander Quatsch machen ist super, aber nicht den Quatsch, bei dem Andere übergangen werden oder Einzelne für Konsequenzen für alle sorgen.
Das passiert echt häufig, sei es durch übermäßigen Alkoholkonsum oder dynamische Gruppenprozesse. Was in diesen Situationen am meisten nervt, ist diese Ignoranz gegenüber einer Kritik. Wenn blödes Verhalten in jenen Momenten angesprochen wird, ist es wie gegen eine Wand zu reden oder noch schlimmer, mit noch blöderen Sprüchen abgespeist zu werden. Wenn es laut durch die Bahn tönt “Saufen is geil” ja dann ist es manchmal peinlich Teil dessen zu sein. Dann ist es nicht nur unangenehm daneben zu sitzen, sondern es bestätigt das Klischeebild von “ein Fussballfan sei versoffen, laut und prollig” und Fussball eben nix für Frauen*. Dem ist doch aber absolut nicht so und das möchten wir nicht ständig bestätigt sehen und in der Außenwelt auch nicht immer anders rechtfertigen müssen. Nicht allzu selten fühlt es sich dann an wie ein innerlicher Spagat zwischen einerseits wirklich dummdeutschem männlichen Prolloverhalten, wie wir es sonst ablehnen. Und andererseits eine Kurve voller Menschen, mit denen wir uns wohlfühlen und wissen, dass sie doch sonst eigentlich nicht so sind.Hinzu kommt, dass ein Bild eines mackrigen, sportlich versoffenen Typen als Vorbild an den Kurvennachwuchs transportiert wird.
Vielmehr wollen wir gemeinsam hinter einer politischen Idee stehen und inakzeptable Vereine ausbuhen, deren menschenverachtenden Positionen widersprechen und klare Statements
formulieren.Klar wollen wir auch zusammen feiern. Jedoch schreckt es uns ab wenn dann hin und wieder die Ansprüche Einiger mit Ausrastern, lauter Stimme, ignoranten Aktionen oder Fachgesimpel durchgesetzt werden.
Es ist extrem schwer Entgleisungen von Einzelpersonen hinzunehmen, gar zu ignorieren. Wir nehmen wahr, dass Konflikte untereinander oft unzulänglich bewältigt werden. Dass die Auseinandersetzung mit Empfindungen von Genoss_innen nicht einmal ansatzweise so respekt- und verständnisvoll stattfindet, wie es in einer linksalternativen, solidarischen Kurve zu erwarten wäre.
Emotional reagieren ist immer besser als Frust in sich hineinzufressen, doch sollte bedacht werden, dass dabei Menschen eventuell unnötig verletzt werden, Grenzen überschritten werden und nachträgliche halbherzige Entschuldigungen die tiefen Wunden der Beschimpfungen auch Monate später nicht heilen können.
Es ist auch klar, dass nicht immer alle mit Allen können. Jedoch sollte versucht werden füreinander Verständnis aufzubringen.
Unsere Fußballkurve ist ein so bunt gemischter Haufen mit unterschiedlichsten sozialen und ökonomischen Hintergründen, alle sollen sich wohlfühlen können. Wir wollen nicht die gesamte Szene umkrempeln, sondern nur, dass ein offenes Ohr oder die Bereitschaft zum Nachdenken gegeben ist, wenn der Wunsch geäußert wird, dass die T-shirts bei Sonne und Hitze anbehalten werden oder dass der Alkoholkonsum nicht lautstark abgefeiert wird. Bevor losgemeckert wird, einfach mal kurz inne halten und überlegen was die Person gegenüber meint oder nachfragen.

Engagierte Supporterinnen aus der Nordkurve.

Fragen, Anregungen oder Kritik an: versteckte Mailadresse

Frauen* = Die Schreibweise der Wörter Mann* und Frau* mit diesem Sternchen dahinter soll vorallem verbildlichen, dass Männer und Frauen gesellschaftliche Konstrukte sind. Das Sternchen kann auch als Mitdenken und Platz für queere Verortungen gesehen werden.
rosaBBG

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